Vereinsgeschichte


Die Geschichte unseres Vereins im Kurzüberblick:

  • 1919 Gründung durch 5 Musiker / Unterabteilung des Josefs-Vereins
  • 1921 Schritt in die Selbständigkeit / Auftritte auf weltlichen Veranstaltungen
  • 1948 Anschluss an das Bundesbahn-Sozialwerk (BSW)
  • Beginn intensiver Nachwuchsausbildung
  • 1980 Beitritt zum Volksmusikerbund
  • 1987 Erlangung der Gemeinnützigkeit (eingetragener Verein)
  • 1997 Umzug in den neuen Musikraum in der Eggelandhalle
  • 2003 und 2008 Romwallfahrten: Konzerte zur Papstaudienz

 

Die Musikkapelle Altenbeken wurde am 1. Juli 1919 von Vikar Schnieder als Unterabteilung des Josefsvereins gegründet und sollte ursprünglich nur zu kirchlichen Anlässen tätig werden. Nach der Anschaffung der ersten Instrumente fanden sich fünf Altenbekener Männer zur ersten Probe ein. Musikalischer Leiter war zunächst der Vikar aus Benhausen.

Unter Förster Ernst, der später das Dirigentenamt übernahm, stieg die Mitgliederzahl stetig an. 1921 löste sich die Kapelle, die bereits sechzehn Musiker zählte, vom Josefsverein, um eine eigenständige Vereinsarbeit zu betreiben. Dank der schnell angestiegenen Zahl der Musiker war man nun auch in der Lage, zu öffentlichen Veranstaltungen wie Theater und Kino aufzuspielen.

Vikar Schnieder, Gründer der Musikkapelle
Musikkapelle Altenbeken, 1921

 

1925 übernahm Christian Lammers die musikalische Leitung des Vereins. 1926 konnte erstmalig das heimische Schützenfest bestritten werden, zu dem nun auch einheitliche Uniformen angeschafft wurden. Mit Georg Kersting kam 1932 ein erfahrener Militärmusiker nach Altenbeken. Er brachte alle Voraussetzungen mit, den noch jungen Musikverein voran zu bringen. Innerhalb kurzer Zeit erhöhte sich die Mitgliederzahl auf zweiundzwanzig.

Viele Musiker wurden zum Kriegsdienst einberufen. Das Vereinsleben kam bis 1945 zum Erliegen. Die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren schwer, denn es fehlte dem Verein nicht nur an Musikern, Instrumenten und Geld: auch das Arbeitsamt machte der Kapelle Schwierigkeiten, da es bei den anstehenden Musikaufträgen Berufsmusikern den Vorzug gab. In dieser Situation schlossen sich die verbliebenen Musiker, die hauptberuflich meist Eisenbahner waren, 1948 dem Reichsbahn-Sozialwerk an und führten seitdem den Namen „Reichsbahn-Sozialwerk Musikkapelle Altenbeken“. 1949 wurde daraus das "Bundesbahn-Sozialwerk- (BSW-) Orchester 1919", dessen äußeres Erscheinungsbild sich jeweils mit dem Wechsel der Uniformen bei der Bahn änderte. Georg Kersting leitete die Kapelle bis zu seinem Tod im Jahr 1950. Sein Nachfolger wurde Alfred Veith. Dank der Unterstützung durch das Sozialwerk bei der Ausbildung junger Musiker konnte der Verein schon bald wieder bei vielen Veranstaltungen mitwirken. 1963 übernahm Fritz Kersting das Dirigat. 1970 gab er den Taktstock an seinen Bruder Alfons Kersting weiter, den heutigen Ehrendirigenten des Bahn-Orchesters.

Musikalisch beschritt man in den sechziger und siebziger Jahren neu Wege. So entstand in dieser Zeit die BSW – Big Band, die auf Grund ihrer guten Tanzmusik gefragt war. Das Orchester selbst wandte sich später mehr der konzertanten Blasmusik zu und repräsentierte die Bundesbahn oder das Bundesbahn-Sozialwerk bei öffentlichen Veranstaltungen wie der 150-Jahr-Feier der Eisenbahn in Nürnberg, den Internationalen Musiktreffen der Eisenbahner oder Leistungsschauen der Bahn. Darüber hinaus hatte die BSW-Kapelle zahlreiche andere Auftritte mit Konzert-Charakter. Die traditionelle Blasmusik wurde darüber jedoch nie aus den Augen verloren. Bei so manchem Schützenfest war die BSW-Kapelle aktiv dabei.

Durch das Bundesbahn-Sozialwerk und die FISAIC, den europäischen Verband der kulturpflegenden Eisenbahner, entstand 1973 eine langjährige und enge Freundschaft zum „Esbjerg Jernbane Orkester“, einem dänischen Eisenbahner-Orchester. 1980 trat das Orchester dem Volksmusikerbund Nordrhein-Westfalen bei. 1981 brach für die Kapelle eine neue Zeit an: die erste Musikerin (Silke Müller, Flöte) nahm ihren Platz ein. 1982 wurde mit dem ersten Frühjahrskonzert der Grundstein für ein festes musikalisches Ereignis gelegt, zu dem alljährlich zahlreichen Besuchern ein neues und vielseitiges Programm präsentiert wird. 

Nach Alfons Kersting und Hans Dieter Müller (1984-1985) übernahm der damals erst 22-jährige Martin Gentejohann die Stabführung. In den 14 Jahren, die er als Dirigent tätig war, führte er den Verein zu großen Erfolgen und einem eigenen hohen Qualitätsanspruch. Die Zahl der Musiker stieg während dieser Zeit auf über sechzig an.

Frühjahrskonzert 1987 unter Martin Gentejohann

 

1987 erlangte der Musikverein durch die Eintragung in das Vereinsregister Gemeinnützigkeit.

Als Vertreter der Bundesrepublik nahm das Orchester 1995 am Internationalen Treffen der Eisenbahner-Orchester Europas in Budapest teil und konnte sich 1997 beim Landes-musikfest des Volksmusikerbundes NRW in Brilon im Wertungsspiel in der Oberstufe das Prädikat  „Sehr guter Erfolg“ sichern. 

Aufgrund der eingetretenen Enge durch die große Musikerzahl wurde der langjährige Probenraum auf dem Altenbekener Bahnhof aufgegeben. Im Oktober 1997 konnte der neue Musikraum in der Eggelandhalle nach etwa eineinhalbjährigem Umbau eingeweiht werden.

Ein trauriger Anlass für einen in der Folge freundschaftlichen Kontakt war das verheerende ICE-Unglück in Eschede im Jahr 1998. Durch die Vermittlung des BSW hat das Orchester noch im gleichen Jahr die Schützenfestmusik für die Escheder Bürger gestellt und die Einladungen in den folgenden Jahren gern wieder angenommen.

Nach der am 15. Januar 1999 von der Mitgliederversammlung unseres Orchesters verabschiedeten Satzungsänderung erfolgte eine Umbenennung in „Bahn-Orchester Altenbeken 1919 eV“.

Im Jahr 2003 wurde das Bahn-Orchester Altenbeken als offiziell anerkannter Repräsentant der Deutschen Bahn AG anlässlich des 150. Geburtstages des Altenbekener Eisenbahn-Viadukts mit den aktuellen Bahn-Uniformen ausgestattet. Kurz zuvor hatte es unter der Leitung von Martin Leins die Rom-Wallfahrt des Deutschen Schützenbundes begleitet.

Im Oktober 2008 war das Orchester erneut mit dem Deutschen Schützenbund in Rom und setzte unter dem Dirigat von Ulrich Winsel und Josef Dransfeld viel beachtete Akzente bei zahlreichen Auftritten im Vatikan.

Am 13. September 2009 wurde das Bahn-Orchester im Rahmen des Bundesfestes in Hövelhof vom Präsidium des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V. Köln mit dem Bundesschützenmusik-Ehrentitel ausgezeichnet und darf seitdem als "Bundesschützen - Bahn-Orchester Altenbeken 1919 eV" auftreten.